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KLP und Frontal21 - Contra

Vorab 1: Bitte entschuldigen Sie, dass wir hier auf Grund technischer Beschränkungen unseres Content Management Systems die gesamte Abfolge der Darstellung nur auf einer einzelnen Seite und nicht auf Unterseiten gliedern können.

Den gesamten Vorlauf finden Sie hier - KLP & Frontal21 - Verlauf.

Zu diesem ganzen Vorgang gibt es aus unserer Sicht einiges zu sagen, auch weil Frontal21 / Herbert Klar in der Magazinsendung am 10.03.2009 wissentlich über die angeblichen Fragestellungen "Wer hat wen hinters Licht geführt?" und "Wer hat denn nun die Sache abgebrochen?" eindeutige LÜGEN ausgestrahlt haben.

Nachfolgend Statements, Hintergründe & Informationen in folgenden Gliederungsbereichen:

  • Frontal21 - Inhalts- und Expertenaussagen
  • Frontal21 - die publizierten LÜGEN
  • Frontal21 - bisherige Forenpublikation von uns
     

Frontal21 - Inhalts- und Expertenaussagen

In dem Bericht kommen auch - wie es sich für gute Magazinberichterstattung gehört - zwei Experten zu Wort.

  • Reinhard Kilmer - Steuerfahnder, ver.di
    (Verständnisfrage bei mir: Ich dachte, Steuerfahnder
    sind bei der Finanzverwaltung und nicht bei einer
    Dienstleistungsgewerkschaft - aber das nur am Rande)
  • Werner Rügemer - Business Crime Control

Beide Herren geben Statements ab, die vor argwöhnischen Vermutungen und Unterstellungen bis hin zu vollkommenem Unwissen über deutsches Außensteuerrecht wie auch Unternehmensrecht der VAE sowie der hierzu gehörenden Offshore-Jurisdiktionen nur so strotzen.

Zunächst stellen wir fest, dass die „O-Ton-Wortprotokolle“ in dem am 10.3.09 um 21 Uhr ausgestrahlten „Frontal21“-Beitrag inhaltlich falsch sind. Das beginnt schon gleich mit einem Koffer, der nun unterwegs sei und offenbar ein Geldbehältnis vortäuschen soll. Hier wird Stimmung gemacht, billige Emotion erzeugt. Der gefilmte Alu-Koffer bei Betreten des Berliner Hotels war weder ein „Geldkoffer“, noch wurde ein solcher übergeben – es ging um nichts anderes als um Manipulation im Sinne der Absichten des Filmchens.

Wir wiederholen nachstehend „Experten“-Meinungen aus dem Film und kommentieren sie bzw. liefern zu den Verfälschungen, Diffamierungen und Falschdarstellungen die Fakten.

Frontal21, Off-Text:
Im Internet finden wir heraus, dass Manfred K. mit der Firma KLP Emirates Group zusammenarbeitet. Sie wirbt auf ihrer Internetseite um Klienten aus „europäischen Hochsteuerländern“. Die Firma bietet der scheuen Kundschaft sogar einen „verschlüsselten E-Mail Kontakt“ an.
 

Die Wahrheit:

So etwas muss man nicht erst „herausfinden“ – es steht offen und für jeden nachvollziehbar auf unserer öffentlichen Webseite.

Die Aussage über „europäische Hochsteuerländer“ ist aus dem Zusammenhang gerissen und soll offenbar auf eine falsche Fährte verleiten: Wir werben nämlich grundsätzlich um Klienten, die in den VAE legal und offiziell Firmen gründen möchten – wo immer sie auch herkommen mögen. Bei Klienten aus „Hochsteuerländern“ verweisen wir auf den erforderlichen Beratungsumfang. Zitat unseres Gesamtkomplexes, aus dem das Schlüsselreizwort „europäische Hochsteuerländer“ gezielt herausgerissen wurde:

Hauptgegenstand unserer Gründungsbegleitung ist sicher nicht die administrative Abwicklung der Eintragung einer Entität im zuständigen Register. Vielmehr legen wir gerade bei Klienten und Partnern aus den Europäischen "Hochsteuerländern" sehr hohen Wert auf die hierbei dringend erforderliche Beratung und Koordination aller jeweiligen steuerlichen und gesellschaftsrechtlichen Aspekte. Komplexe Themenbereiche wie Außensteuergesetze (AStG), Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), Wegzugsbesteuerung, Auslandsbetriebs-Stätten-Definitionen etc. stehen hierbei im Mittelpunkt und dürften nur erschwert mit den in Dubai inflationär vertretenen "Business Helpern" oder Onlinegründern - wenn überhaupt - erörtert werden können. Für die ggfls. angestrebte Billiglösung ohne Absicherung gegen (immer später erfolgende) "Betriebsprüfungskatastrophen" empfehlen wir die Lektüre der "Classifieds" in der Tageszeitung "Gulf News".
Quelle: Webseite KLP GROUP EMIRATES, http://www.de.klp.de/leistungsprofil.html

Das ist der berufsübliche sachliche Hinweis im Hinblick auf steuerliche Aspekte und Pflichten, wie er von jedem Steuerberater, z.B. in Deutschland, auch gegeben werden müsste. Es gibt Gesetze, die man zu beachten hat – und das machen wir unmissverständlich deutlich.

Unsere E-Mail-Server sind mit SSL-Protokoll versehen. Der von „Frontal21“ angesprochene E-Mail-Kontakt hat zusätzliche PGP-Verschlüsselung. Wir erbringen in den VAE Leistungen im Bereich der internationalen Rechts- und Steuerberatung.

Jedoch sind wir nicht Mitglied in einer der beiden deutschen berufsständischen Kammern, stehen somit nicht unter dem gesetzlich geregelten Vertraulichkeitsschutz für Berufsträger gemäß TKÜV (Telekommunikationsüberwachungsverordnung). Daher PGP-Mail.


Frontal21, Reinhard Kilmer, Steuerfahnder ver.di:
Bei dem Internetauftritt muss man zwischen den Zeilen lesen und das ist, glaube ich, auch beabsichtigt. Und im Grunde genommen wird durch die Blume hier schon ganz deutlich gemacht, dass man dabei behilflich sein will, Kapital ins Ausland zu verlagern. Und ich denke, man will auch behilflich sein, wenn man sich hier der deutschen Steuerpflicht entledigen will.
 

Die Wahrheit:

KLP ist stets bemüht, auf den Internetseiten eben nicht zum „Lesen zwischen den Zeilen“ zu nötigen. Vielmehr versuchen unsere Webseiten, transparent und detailliert über gesetzeskonforme internationale Firmenstrukturen zu informieren. Hierbei sind wir selbstverständlich auch dabei behilflich, Kapital legal ins Ausland zu verlagern, indem wir es nicht (nachts, bei Neumond, getarnt – oder wie immer „Frontal21“ das so gerne hätte) „verlagern“, sondern indem wir legale internationale Unternehmensstrukturen errichten.

Eine Verlagerung von Unternehmensaktivitäten sowie ganzer Unternehmen wie auch die Gründung neuer Unternehmen im Ausland hat selbstverständlich zur Folge, dass hochoffiziell dann die deutsche Steuerpflicht entfällt, sofern keine Wegzugsbesteuerung zu veranlagen ist. So steht es im Gesetz. Verlagern Unternehmer selbst ihren Lebensmittelpunkt ins Ausland (was seit ca. einem Jahr verstärkt zu beobachten ist), so trifft dies folgerichtig auch für deren individuelle Steuerpflicht zu. Das nennt man aber eigentlich – als Fachbegriff – nicht „Entledigung“, sondern „Wegfall“ (ein angeblicher Steuerfahnder sollte sich in solchen Begriffen auskennen). Und der „Wegfall“ ist als sogenannter Wegzug eindeutig u.a. im deutschen Außensteuergesetz geregelt.

Frontal21, Off-Text:
Am Ende geben uns die beiden Herren noch ihre Preisliste mit auf den Weg. Allein für die Eröffnung eines anonymen Kontos, das offiziell einer Firma in einer Freihandelszone von Dubai gehört, verlangen sie 2500 US-Dollar.
 

Die Wahrheit:

Ein „anonymes“ Bankkonto, das offiziell einer Firma gehört, ist nicht anonym und kann es auch nach der Logik gar nicht sein!

Nach den in den VAE natürlich gesetzlich verbindlichen VAE-Zentralbank-Regularien ist es in Dubai überhaupt nicht möglich, anonyme Konten einzurichten.

Für private Bankkonten gilt: Legitimationsprüfung des Kontoinhabers vorgeschrieben, d.h. Passkopie und Wohn-Nachweis, darüber hinausgehend sogar noch Lebenslauf und das Referenzschreiben einer Bank im Heimatland!

Firmen-Bankkonten: Zusätzlich noch der Handelsregisterauszug und im Falle von Free-Zone- und Inlandsgesellschaften die Gewerbelizenz. 

Frontal21, Dr. Werner Rügemer vom Business Crime Control e.V.:
Die Einrichtung einer solchen Offshore-Firma in einer Freihandelszone von Dubai ermöglicht es wohl, dass ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik und Dubai ausgehebelt wird und zum zweiten ermöglicht diese Konstruktion, dass der Name des Berechtigten anonym bleibt und jeglichem Zugriff der Steuerbehörden entzogen wird.
 

Die Wahrheit:

Das ist im vollen Umfang unwahr. Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) kann und konnte man mittels Offshore-Gründung gar nicht „aushebeln“ – weil sie für Offshore-Zonen (das gilt übrigens weltweit) gar nicht gelten! Will heißen: Durch den Nicht-DBA-Status einer Offshore-Firma galt und gilt sowieso schon immer das jeweilige Prinzip der Welteinkommens-Besteuerung für den individuell Steuerpflichtigen, was kein Vorteil, sondern allenfalls ein Nachteil ist.

Der Sinn eines DBA ist die Vermeidung einer doppelten Besteuerung, nicht ihre Begründung.

Beispiel VAE bis 31.12.2008: Gewinn-Ausschüttungen aus VAE-Offshore-Firmen an in Deutschland Steuerpflichtige waren erst gar nicht vom aktuellen DBA erfasst und genossen so gerade nicht die Freistellung der Einkünfte des Steuerpflichtigen von einer Direktbesteuerung bis auf den Progressionsvorbehalt.

Steuerbehörden haben grundsätzlich und generell keinen Zugriff auf die finanziellen und/oder bilanziellen Verhältnisse von Kapitalgesellschaften im Ausland, da diese kein Steuersubjekt im Sinne des jeweiligen lokalen Steuerrechts sind. Klar können sich wirtschaftlich Berechtigte dem Zugriff auf ihre individuellen Besteuerungsgrundlagen entziehen – wenn sie selbst das als Individuum ihrer jeweiligen Steuerhoheit gegenüber verantworten können oder wollen. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Die „Konstruktion“ selbst hat damit nichts zu tun. Der Wunsch, in Firmen nicht „aufzuscheinen“, hat verschiedenste andere Motive und Gründe des Einzelnen. In den uns bekannten Fällen hat das nun gar nichts mit den Steuerbehörden zu tun. Steuererklärungspflichten hat nicht die VAE „Körperschaft“ oder „Entität“, sondern der jeweils in Deutschland Steuerpflichtige hat die Pflicht, seine Steuern zu erklären.

Das alles gehört zum kleinen Einmaleins nicht nur für den Fachmann – ein öffentlich-rechtlicher Sender sollte von Filmemachern verlangen dürfen, dass sie vor Drehbeginn solche allgemein zugänglichen Fakten recherchieren und nicht durch Verdrehung und Fehldeutung gar die Einrede der gewollten Manipulation auf sich ziehen. Hat beim ZDF niemand je daran gedacht, dass solche Manipulationen einen souveränen Staat – hier die VAE – diffamieren und öffentlich kriminalisieren?

Frontal21, Reinhard Kilmer, Steuerfahnder ver.di:
Allein im letzten Jahr hat es über 20.000 Gründungen gegeben. Gründungen von Firmen, Trusts, Holdings, die eigentlich alle nur das Ziel haben, inkriminiertes Geld zu verwalten, ein sicherer Hort zu sein für Anlagen, die auch durchaus kriminellen Hintergrund haben.
 

Die Wahrheit:

Als dauernd vor Ort ansässiges Unternehmen mit vielfältigen Recherchezugängen müssen wir zumindest die Zahl von 20.000 Firmengründungen im Jahr 2008 in Frage stellen. Jahrbücher sind hier üblicherweise erst im Sommer des Folgejahres verfügbar. Vor Mitte 2009 sind also von niemandem irgendwelche seriösen Zahlen zu bekommen.

Die Zahl 20.000 in Verbindung mit „Firmen, Trusts, Holdings etc. zur Verwaltung inkriminierten Geldes“ ist keinesfalls verifizierbar. Sie ist effekthaschend frei erfunden.

Die Zahl der Gründungen von VAE-Offshore-Firmen im Jahr 2008 dürfte (unseren eigenen Recherchen zufolge, einfach durch Ausrechnen der Registrierungsnummer-Differenzen zwischen Anfang und Ende 2008) bei ca. 3.800 gelegen haben (JAFZA, RAK-FTZ und RAK-IA). Free-Zone-Firmengründungen dürften – bei rund 40 verschiedenen Freihandelszonen in den VAE so frühzeitig im Folgejahr noch kaum recherchierbar – 2008 ca. 8.000 erfolgt sein. 

Kein Land der Welt kann es gänzlich vermeiden, dass in lokalen Firmen auch Gelder oder Kapital mit kriminellem Hintergrund gebunden sind. Vielfältige Berichte über entsprechende Wirtschaftskriminalität sind auf der ganzen Welt an der Tagesordnung. Kein Land ist da ausgenommen.

Davon aber abzuleiten, dass sämtliche Neugründungen eines Landes einen kriminellen Hintergrund haben, beleidigt und diffamiert ein ganzes Land, einen ganzen Staat und seine weit überwiegend ehrlich und korrekt arbeitenden Menschen.

 

Frontal21 - die publizierten LÜGEN

Lüge Nr. 1

"Wir sind zurück in Deutschland. In Berlin-Spandau finden wir die deutsche Niederlassung der Firma KLP, die angeblich weltweit agiert. [Kamera-Take auf das Eisentor Jüdenstraße in Spandau] Wir entschließen uns, die Geschäftsbeziehung zu Herrn K. abzubrechen."
(Frontal21 vom 10.03.09, Off-Sprecher)

Nicht "Dr. Obermann" hat die Geschäftsbeziehung abgebrochen, sondern wir mittels E-Mail vom 05.03.2009, versandt um 19:34 Uhr. "Dr. Obermann" hatte zuvor lediglich das für diesen Tag vereinbarte Folgetreffen abgesagt und wollte sich wieder melden.

Übrigens, die Faxanfrage von Herbert Klar, Frontal21-Redaktion, an Engel & Völkers wurde am 05.03.2009, 21:06 Uhr versandt. Es ist im Normalfall davon auszugehen, dass Herbert Klar alias Dr. Obermann zu diesem Zeitpunkt bereits Kenntnis von unserer Absage hatte.

Auch hätte ein noch intensiveres Studium unserer Webseite dem ZDF die Filmausstrahlung eines falschen Eingangsbereichs erspart, da sich der Gewerbesitz unserer GmbH in Deutschland weder in Spandau, noch in der Jüdenstraße befindet - siehe unser TDG Impressum.
 

Lüge Nr. 2

"Heute [10.03.2009], noch vor der Ausstrahlung, aber nach Ankündigung des Beitrags, erklärte die KLP GROUP in Dubai auf einmal, ihre Mitarbeiter hätten sich nur zum Schein auf die Beratung unseres Reporters eingelassen. Man habe sich bei KLP grundsätzlich auf das Motto "Mitspielen" verständigt."
(Frontal21 vom 10.03.2009, Abmoderation von Hilke Petersen)  

Wir haben das Kasperletheater bereits seit dem frühen Morgenstunden des 07.03.2009 im Internet publiziert - und nicht erst am 10.03.2009. Dass hinter dem bei uns aufgetretenen Duo schräger Vögel tatsächlich Frontal21 steckt, wissen wir seit dem Spätnachmittag des 07.03.2009.

Frau Petersen, eine Rückfrage bei Ihrer Webredaktion für frontal21.de hätte Ihnen sogar noch besser Fakten verdrehen helfen können: "Steueroase Dubai" wurde auf Ihrem Internetportal bereits am 09.03.2009 angekündigt.  

Nur gut, dass Sie tatsächlich nur von "einem Reporter" sprachen. Dessen Begleiter war nämlich kein Reporter, sondern ein nachweislich mehr als windiger Zeitgenosse. Details hierzu folgen zu gegebener Zeit, seien Sie gespannt.

+++++++++++++++

Soweit erst einmal die uns sehr wichtige Richtigstellung von lügenhaften Behauptungen, die nichts anderes als Rufschädigung bezwecken wollten. Selbstverständlich werden wir dagegen auch zivilrechtlich vorgehen.
 

Frontal21 - Bisherige Forenpublikation von uns

Zunächst der Vollständigkeit halber unsere Beiträge zur ersten - sicherlich sehr knappen - inhaltlichen Auseinandersetzung mit der im Vergleich zur Ausstrahlung weitaus "skandalöseren" Vorberichterstattung auf der Homepage von Frontal21.
 

07.03.2009 - 23:59 Uhr MEZ

FRONTAL21 - Der Beutezug des Herbert Klar
alias Dr. Obemann in Dubai!

Von Martin Kraeter, Prinzipal

Wir hatten ja bereits dort ein gewisses reduziertes Weltbild des Herbert Klar alias "Dr. Obermann" angeschnitten. In seinem zitierten Telefax wird das insgesamt deutlich und kann mit dem (sehr) alt bekannten Satz umschrieben werden:
Am deutschen Wesen soll (offenbar schon wieder mal) die Welt genesen!

Ich meine damit gar nicht, dass "Eilt-Eilt-Eilt"-Faxe von diversen "Redaktionen" immer eine Diktion haben, als würde die Bundeskanzlerin persönlich was wissen wollen.

Was viel bedenklicher ist: Da zieht ein "Journalist" los nach Dubai, um "Investigations-Recherchen" zu machen - und befasst sich vorher nicht einmal mit den rudimentärsten Fakten und Zusammenhängen in einem anderen Land. Ach ja, ich vergaß - wozu denn? Die VAE sind ja - nach Meinung solcher Leute - eine deutsche Kolonie und auf dem besten Weg, als weiteres Bundesland aufgenommen zu werden.

Ich wiederhole hier nochmals die von FRONTAL21 / Herbert Klar alias "Dr. Obermann" aufgeworfenen Fragestellungen:
Zitat
Soeben bekommen wir von der Dubai Dependance einer renommierten deutschen Immobilienmakler-Gesellschaft ein Telefax der "FRONTAL21"-
Redaktion in Berlin vom vergangenen Donnerstagabend, 21:06 Uhr,
weitergeleitet:
  • FRONTAL21 plane einen Beitrag über die "Steueroase Dubai"
  • In welcher Beziehung diese Makler-Gesellschaft zu uns stehe
  • Ob die Mitarbeiter dieser Makler-Gesellschaft angehalten seien, internationale Geldwäsche-Richtlinien einzuhalten und die deutsche Steuergesetzgebung bei deutschen Kunden zu beachten
Dann kommen vollkommen unfassbare Vorhaltungen:
  • Mitarbeiter dieser Makler-Gesellschaft sollen angeboten haben, beim Bargeldschmuggel von Deutschland nach Dubai behilflich zu sein
  • Ebenfalls sollen diese bei Gründung einer Offshore-Firma in einer Freihandelszone behilflich sein, "um die Identität des Immobilienkäufers zu verschleiern"
  • In Dubai interessiere es niemanden, woher das Geld von Immobilienkäufern stamme

Absender dieses Faxes ist die Chefredaktion, Herr Herbert Klar.

Hierzu vielleicht ein wenig Faktenerläuterung, die - tut mir ja leid, verehrter "Journalist" - im vorliegenden Falle eher eine Art Nachhilfestunde ist. Die Fakten sind AUCH VON IHNEN quasi an jedem Zeitungskiosk nachzulesen.
 

Dubai als Steueroase

Da sprudelt er nur so raus - der aktuelle Zeitgeist, geschürt über das BMF in Berlin! Nur, dass dort kein Mensch im Zusammenhang mit den bösen "Steueroasen" dieser Welt das Wort "Dubai" oder "VAE" in den Mund nimmt. Warum auch? Am 23.12.2008 wurde zwischen den VAE und Deutschland ein neues Doppelbesteuerungsabkommen, gekoppelt mit einem Auskunftsabkommen, vereinbart. Übrigens von beiden Regierungen. Daran hält sich jeder - von kriminellen Ausnahmen abgesehen, wie Sie im Bodensatz jeder Gesellschaft zu finden sind.

Steueroase, sicherlich berechtigtes Attribut für alle, die tatsächlich hier fest leben. Dafür zahlen wir fette Mieten und Gebühren. Fragen Sie Ihren "Keuerleber", dem hab ich sogar noch erzählt, was unser Haus im Jahr an Miete kostet.

Aber ansonsten geht schon Ihr geplanter "Beitrag über die Steueroase Dubai" am Popularinteresse in Deutschland vorbei, weil das Thema durch das Auskunftsabkommen zwischen Deutschland und den VAE erledigt ist. Sie hätten doch besser nach Singapur weiter fliegen sollen, wie Sie es ja angeblich vor hatten.
 

Beachtung der internationalen Geldwäscherichtlinien
sowie der deutschen Steuergesetzgebung bei deutschen Kunden


Herbert Klar alias "Dr. Obermann",
haben Sie denn wirklich nicht mitbekommen, dass Sie letzte Woche aus dem Flieger ausgestiegen sind und ein anderes, völkerrechtlich und politisch eigenständiges Land betreten haben? WARUM um alles in der Welt soll WER AUCH IMMER - jetzt mal ganz grundsätzlich und staatsrechtlich betrachtet - in einem Land X die Gesetze des Landes Y anwenden?

Selbstredend verfügen die VAE über eigene Geldwäsche-Regularien. Zuständig hierfür ist die Zentralbank der VAE mit Sitz in Abu Dhabi. Am Rande bemerkt ist das die Hauptstadt der Föderation der Vereinigten Arabischen Emirate. Die können Ihnen genau erklären, was hier im Lande in Punkto Geldwäsche zu beachten ist und von allen auch nur einigermaßen klar denkenden Unternehmen und Mitarbeitern hier beachtet wird.
 

Gründung einer Offshore-Firma in einer Freihandelszone,
um die Identität eines Immobilienkäufers zu verschleiern


Also, auf diesen gequirlten geistigen Dünnschiss einzugehen, ist eigentlich schon fast unter unserer Würde. Zunächst einmal kann gerade und ausgerechnet beim Kauf einer Immobilie über eine Offshore-Gesellschaft die Identität des Käufers gar nicht verschleiert werden, da alleine schon die Developer angewiesen sind, genau über sogenannte "Beneficial Owners" bei Kauf durch Firmen Buch zu führen. Und da würde wirklich nur ein Obermann in seiner eigenen konspirativen Offshore-Firma einen Strohmann vorschieben, dem dann die ganze Immobilie qua Eintrag im "Deed of Titles" gehört - brav bezahlt vom schwerreichen Hersteller von Zahnersatzprodukten, der zu sein Sie in Dubai vortäuschten . . .

Ich muss wieder auf die Tatsache des anderen, völkerrechtlich und politisch eigenständigen Landes zurück kommen. Hier in den VAE gilt das Recht der VAE - und das ist im Zivilrecht SHARIA-Recht. Dieses Recht stammt aus den Stammeszeiten hier, so dass u.a. zum Beispiel im Erbrechtsfall gilt: Die ganze Familie muss irgendwie was von der Ziegenherde abbekommen, sonst können Teile nicht weiter leben, wenn es den alten Sheikh dahingerafft hat. Faktisch dargestellt, bevor ich hier noch Lagerfeuer anmache und ein Zelt aufstelle: Während Sie in Deutschland erfahrungsgemäß in Ihrem Testament über ca. 80% Ihres Vermögens selbst verfügen können und 20% über Pflichtanteile geblockt sind, ist es hier genau anders herum!

So auch für ausländische Immobilienbesitzer. Und was tun die, wen die das nicht wollen? Hätten Sie mal hier - oder auch auf unserer Firmenhomepage - gelesen, wie es sich für einen ordentlichen Journalisten gehört, könnten Sie jetzt sagen: RICHTIG! Die gründen eine Offshore-Firma, die dann die Immobilie kauft. Die unterliegt nach dem Willen der Regierung und den Gesetzen nämlich internationalem - und nicht SHARIA-Recht, bzw. Sie können das zugrundeliegende Recht frei wählen.

Aber das passt wohl nicht so in Ihr vorgefertigtes Weltbild, weil Offshore-Firmen ja nach Ihren Hintertreppenvorstellungen grundsätzlich zu kriminalisieren sind. Dazu schreibe ich hier jetzt wirklich nichts, weil Sie gerade hier in diesem Forum jederzeit die Möglichkeit haben, abendfüllend Ihren Horizont über dieses Thema zu erweitern.
 

In Dubai fragt niemand, woher das Geld von Immobilienkäufern stammt

Ohne Sie jetzt schon wieder mit meiner völkerrechtlichen Brille zu malträtieren:

  • NEIN, das deutsche Geldwäschegesetz gilt hier nicht.
  • NEIN, es gibt auch keine analogen gesetzlichen Aufzeichnungs-
    und Meldepflichten für Transaktionen - dieses Land hat da
    eigene Regelungen aufgestellt, ohne vorher die Bundesrepublik
    Deutschland zu fragen.

Sagen Sie mal, würden Sie denn auch so bestimmt und imperialistisch mit Ihrer "Investigativen Journalistenausstattung" in die USA fliegen und den Banken, Maklern, Treuhändern etc. auch so ans Bein pinkeln, wieso diese die wunderbar ausgetüftelten Regelungen der Bundesrepublik Deutschland nicht einfach übernehmen, damit in Deutschland die Volksseele nicht aufschreit?

Sie sind hier meiner Meinung nach klar im falschen Film.

Gruss aus Dubai,
der Stadt, die Teil eines eigenständigen,
autarken Landes ist, auch wenn das "Journalisten"
aus Deutschland ihre Story kaputt macht


Martin Kraeter

P.S.
Ein heißer Tipp, ganz gratis: Messen Sie Ihre Recherchen nicht am Ergebnis, das Sie sich vorher zurecht geschnitzt haben (so etwas sollte man den Stammtischen überlassen). Befassen Sie sich VOR der Recherche mit Fakten, Gesetzen usw. Wenn Sie angebliche Missstände erst erfinden müssen, damit Sie dann darüber berichten können, ziehen Sie sich vielleicht eine Einstufung als Schmierenschreiber auf den Hals.
Dafür ist der deutsche Journalismus zu schade. 
 

10.03.2009 - 02:51 Uhr MEZ

Nicht verpassen - Frontal21 heute 21:00 Uhr

Von Martin Kraeter, Prinzipal

Eines muss man Herbert Klar lassen - er bleibt konsequent in der Beibehaltung und Publikation seines Kenntnisstandes über die Rechts- und Rahmenbedingungen in Dubai und den VAE.

Heute Abend also der große Enthüllungsbericht über die "neue Steueroase" Dubai, hier schon mal die Vorankündigung:

Zitat

Steueroase Dubai
Der Boom nach dem Boom
von Herbert Klar und Ulrich Stoll
Dubai ist die neue Steueroase, nachdem die Schweiz und Liechtenstein für Steuerhinterzieher nicht mehr so interessant sind. Frontal21 besuchte in Dubai mehrere Finanz-Dienstleister mit versteckter Kamera. Das Geld wird häufig in Offshore-Firmen in Freihandelszonen versteckt, beobachtet der Bochumer Steuerfahnder Reinhard Kilmer.

Das Emirat Dubai am Persischen Golf "ist ein Gründerland im Morgenland", sagt Steuerfahnder Reinhard Kilmer. "Das hängt damit zusammen, dass diese Steueroase in der Tat sehr stark boomt". So habe es dort im vergangenen Jahr 20.000 Gründungen von Firmen, Trusts und Holdings gegeben, "die eigentlich nur das Ziel haben, inkriminiertes Geld zu verwalten, ein sicherer Hort zu sein für Anlagen, die auch durchaus kriminellen Hintergrund haben", sagt der Fahnder.

Mit Hilfe von dubiosen Beratern und Banken verstecken immer mehr deutsche Steuerflüchtlinge Geld in den Emiraten, in so genannten Offshore-Firmen in einer der zahlreichen Freihandelszonen. Und das funktioniert trotz des neuen Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und den VAE, meint Werner Rügemer von Business Crime Control. "Die Einrichtung einer solchen Offshore-Firma in einer Freihandelszone von Dubai ermöglicht es wohl, dass ein Doppelbesteuerungsabkommen ausgehebelt wird und der Name des Berechtigten anonym bleibt und das Vermögen dem Zugriff der deutschen Steuerbehörden entzogen wird", so Rügemer.

Druck zu Gunsten Dubais

Die Frontal21-Reporter zeigen mit versteckter Kamera, wie leicht man in Dubai Schwarzgeldgeschäfte machen kann. So wäre es für die Reporter kein Problem gewesen, hunderttausende Euro bar bei Banken in Dubai einzuzahlen. Eine Unternehmensberatung mit Niederlassungen in Deutschland und Dubai wollte den Frontal21-Reportern sogar helfen, 350.000 Euro Bargeld von Deutschland nach Dubai zu schmuggeln. Die verdeckten Reporter hätten auch bei einer großen arabischen Privatbank in London hunderttausende Euro in bar einzahlen können.

Der Aufstieg Dubais zu einer der beliebtesten Steueroasen begann nach der so genannten Liechtenstein-Affäre. Dubai profitiert von der Schwäche der Steuerfluchtburgen Schweiz und Liechtenstein. Die gerieten in den vergangenen Monaten immer stärker unter Druck. Die Berichterstattung über die Zumwinkel-Affäre und die Schwarzkonten in Liechtenstein deckte ein System auf, wie über Stiftungen Steuern hinterzogen wurden.

Quelle: http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/7/0…7529959,00.html
 

Um im FRONTAL21 Jargon zu bleiben:

TOLL, wie gerade in der Schlussphase der Formulierung des neuen DBA (laut Infos aus dem BMF gibt es noch keinen Referentenentwurf für etwas, was seit 1.1.09 gelten soll), welches durch ein gekoppeltes Auskunftsabkommen OECD-Konformität mit herstellen soll, hier einfach die Zeitgeistkonformität durch Halbwahrheiten, Pauschalierungen und absoluten Quatsch von deutscher Seite begleitet wird.

TOLL, das sich "Steuerfahnder Reinhard Kilmer" Überschriften aus meiner Feder bedient, ohne mich zu fragen - aber sie dafür in seinen kriminalisierenden Kontext stellt.

TOLL, dass derselbe Steuerfahnder 20.000 Firmengründungen anführt - die allenfalls zusammenkommen, wenn man aber auch wirklich die Registrierung der allerletzten Pommesbude hinzurechnet.

TOLL, dass jetzt schon in den VAE auch eben diesen Pommesbuden, oder auch lokalen Industriebetrieben, Handelsgesellschaften usw. usf. unterstellt wird, nur für einen Zweck da zu sein: "Inkriminiertes" Geld zu verwalten, zu verstecken - wahrscheinlich auch gänzlich an der deutschen Steuer vorbei zu schleusen. Völlig wurscht, dass sicherlich 19.000 dieser Firmen gar nicht Deutschen - ob nun überhaupt in DE steuerpflichtig oder nicht - gehören. Naja, macht nix - das Beste wäre ja sowieso Weltbürgersteuerpflicht in Deutschland, muss man mal bei der UNO vorschlagen.

TOLL, dass PLÖTZLICH Offshore-Gesellschaften ein Doppelbesteuerungsabkommen "aushebeln" können. Konnten sie noch nie, weil das DBA - auch das "alte, tolle, die ganzen deutschen Geldsäcke schonende" - für Offshores noch nie galt.

TOLL, dass jetzt Offshore-Firmen das Vermögen dem Zugriff der deutschen Steuerbehörden entziehen. War mir neu, dass Auslandsgesellschaften schon Steuersubjekte der deutschen Steuergesetzgebung waren, sind oder werden. Was haben deutsche Steuerbehörden mit ausländischen Kapitalgesellschaften am Hut???

TOLL, dass Herbert Klar scheinbar noch immer nicht nachlesen konnte, dass er so dermaßen RIP-mäßig rüber kam, dass wir ihm und seinem Keuerleber "einen Türken gebaut" haben.

TOLL, dass die VAE in den Augen unserer Herren vom Stammtisch erst seit Zumwinkel eine Steueroase sind. Hier gab es zwar noch nie Steuererhebung, aber macht ja nix, das läuft ja nur unwesentlich länger, so seit 1971, wenn ich die britische Phase außer Acht lasse. Aber: ich unterschlage natürlich, dass damit die "fiese" Steueroase gemeint ist - oder hat man vergessen, dieses Attribut voranzustellen?

TOLL, dass hier als Reaktion auf selbst inszenierte Kapitalvertreibung aus Deutschland direkt ein ganzes Land diskriminiert wird. Das sollte man eigentlich alles mal ins Englische übersetzen und hier breit verteilen.

Gruss aus Dubai,
der Stadt in einem Land mit über 10.000
dort lebenden und arbeitenden Deutschen,
die hoffentlich zahreich Chips und Cola
besorgen um sich morgen anschauen zu
können, was alles beim ZDF Sendezeit bekommt

Martin Kraeter

To be continued . . .